Mädchen kommen nach Ecstasy-Konsum aus Klinik

„Blue Punisher“Als „Blue Punisher“ wird eine besondere Erscheinungsform von Ecstasy-Tabletten bezeichnet. Herkunft und Wirkstoff können davon unabhängig variieren. Zuletzt waren solche Pillen durch eine offenbar sehr hohe Konzentration und als besonders gefährlich aufgefallen. © Ennio Leanza/Keystone/dpa

Vorfälle mit chemischen Drogen in mehreren Bundesländern sorgen derzeit für Aufsehen. Während im Nordosten zwei Mädchen die Klinik verlassen können, wird ein Todesfall in Sachsen-Anhalt bekannt.

Neubrandenburg – Nachdem sie wegen Ecstasy-Konsums auf der Intensivstation lagen, haben eine 14- und eine 15-Jährige das Krankenhaus in Neubrandenburg wieder verlassen. Die 15-Jährige sei bereits vor ein paar Tagen, die 14-Jährige am Freitag aus der Klinik in Neubrandenburg entlassen worden, teilte die Polizei mit. Beide hatten die Ecstasy-Variante „Blue Punisher“ konsumiert.

Zuvor hatte der Drogentod einer 13-Jährigen aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen gesorgt.

Am Freitag nun wurde zudem der Tod einer 18-Jährigen in Sachsen-Anhalt bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestand ein 21-Jähriger den gemeinsamen Konsum von Ecstasy. Die junge Frau sei bereits am vergangenen Samstag (24. Juni) in Halle gestorben. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Ob auch hier „Blue-Punisher“ im Spiel war, war noch unklar.

Ermittlungen nach dem Tod einer 15-Jährigen

Laut einem Medienbericht hat „Blue Punisher“ auch Sachsen-Anhalt erreicht. „Diese Ecstasy-Variante ist uns bekannt und auch in Sachsen-Anhalt in Umlauf“, sagte Michael Klocke, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Auch in Brandenburg laufen Ermittlungen nach dem Tod einer 15-Jährigen am vorigen Wochenende. Ermittler vermuten eine Überdosis chemischer Drogen. Um welche Art von Drogen es sich handele, hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Potsdam Mitte der Woche nicht gesagt.

Im Nordosten warnte die Polizei am Freitag vor eigenständigen Ermittlungen etwa durch Eltern. „Das kann einen im Zweifel selbst in Gefahr bringen, wenn zum Beispiel versucht wird, als Strohkäufer an weitere Informationen zu gelangen“, teilte das Polizeipräsidium Neubrandenburg mit. „Ebenso warnen wir vor Selbstjustiz mit Blick auf mögliche Beteiligte oder mutmaßliche Dealer.“

Auch auf dem kürzlich gestarteten Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte war „Blue Punisher“ aufgetaucht. Sicherheitsleute des Festivals hatten bereits am Mittwoch einen 29-Jährigen festgesetzt, bei dem neben anderen Drogen auch diese Pillen gefunden wurden. Er befindet sich in Untersuchungshaft, hat sich nach Aussage einer Polizeisprecherin aber bislang nicht Vorwürfen gegen ihn geäußert.

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37-Jähriger in Untersuchungshaft

Gleiches gelte weiterhin für einen 37-Jährigen, der im Zusammenhang mit dem Tod der 13-Jährigen aus Altentreptow bereits Anfang der Woche zusammen mit einem 16-Jährigen und zwei 17-Jährigen festgenommen worden war. Während die 16- und 17-Jährigen wieder auf freiem Fuß sind, aber noch als Tatverdächtige gelten, sitzt der 37-Jährige in Untersuchungshaft. In seiner Wohnung seien ebenfalls „Blue-Punisher“-Pillen und unter anderem 2000 Euro in szenetypischer Stückelung gefunden worden.

Wie zuerst die „Bild“-Zeitung berichtet hatte, war er der Polizei in der Vergangenheit im Umfeld der Neubrandenburger Disco „Colosseum“ aufgefallen. Die Polizeisprecherin bestätigte, dass er zu später Stunde beziehungsweise frühmorgens Jugendliche mit dem Auto von oder zu der Disco gebracht habe. Er sei mehrmals kontrolliert worden, ohne dass etwa Drogen oder Ähnliches festgestellt worden seien. Er sei immer „nett, freundlich und höflich“ gewesen und habe angegeben, die Jugendlichen zu fahren, damit diese nicht selbst – etwa unter Alkoholeinfluss – fahren. Dem Mann wird nun „leichtfertige Verursachung des Todes eines Anderen durch Abgabe von Betäubungsmitteln“ vorgeworfen.

Der Tod der 15-Jährigen aus Rathenow, die am Samstag im Krankenhaus starb, geht auf Drogenkonsum zurück. © Cevin Dettlaff/dpa

Auch ein Mädchen aus Malchin hatte „Blue Punisher“ genommen und sich bei der Polizei gemeldet.

Die Polizei in MV kann nach Aussage der Sprecherin nicht ausschließen, dass es noch weitere Tatverdächtige gebe und noch weitere Pillen im Umlauf seien. „Die Ermittlungen gehen ja richtig los jetzt“, sagte die Sprecherin. Zuletzt seien aber keine weiteren Vorfälle in diesem Zusammenhang bekannt geworden. Die Obduktionsergebnisse der 13-Jährigen stünden noch aus.

Als „Blue Punisher“ wird eine besondere Erscheinungsform von Ecstasy-Tabletten bezeichnet. Herkunft und Wirkstoff können davon unabhängig variieren. Zuletzt waren solche Pillen durch eine offenbar sehr hohe Konzentration und als besonders gefährlich aufgefallen. dpa

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